Der Verein Leithaberg und der Leithaberg DAC

Wenn im Weinbau die Rede von Bodenschätzen ist, dann geht es nicht um Gold und Silber, sondern um Gesteinsformationen und um das Terroir, das die Aromen der regionstypischen Rebsorten besonders schön hervorbringt. Am Leithaberg sind das Chardonnay, Weißburgunder, Neuburger, Grüner Veltliner und – last but not least –Blaufränkisch als rote Rebsorte. Die typischen Gesteinsarten in der Region am Westufer des Neusiedler Sees sind als solche Schätze zu bewerten: Glimmerschiefer und Leithakalk, beides ein Erbe des Urmeeres, das vor Millionen von Jahren, von Jois im Norden, Eisenstadt und Mörbisch im Südwesten der Region, auf Land traf.

Für den Obmann des Vereins Leithaberg, Leo Sommer aus Donnerskirchen, ist die Bodenbeschaffenheit die Ursache für die besondere Note der Weine vom Leithaberg und das Bewusstsein der WinzerInnen, hier auf bestem Terroir arbeiten zu können: „Über Glimmerschiefer müssen die Weinreben besonders tief wurzeln und ihre Kraft auf nur wenige Trauben konzentrieren. Der Kalkstein, der sich aus dem versteinerten Erbe Millionen Jahre alter Meeresfossilien zusammensetzt, gibt dem Wein außerdem Dichte und eine einzigartige, mineralische Note.“ Dazu kommt noch ein klimatisches Phänomen, das für viele Weinbaugebiete ein Qualitätssignal ist, von Bordeaux bis zur Wachau – das Zusammenspiel von Wasserflächen (Flüssen, Seen) und warmem Klima. Sie verleiht dem Wein eine besonders lebendige Frische, da es in den Nächten abkühlt und sich Säure in der Traube bilden kann.

Der vielleicht wichtigste Schatz der Region sind aber wohl die Weinbaubetriebe, die im Verein Leithaberg versammelt sind: „Wir sind in dem Sinne eine besondere Gruppe von Winzern, weil wir uns schon vor vielen Jahren auf eine typische Leithaberg-Weinstilistik geeinigt haben und diese Jahrgang für Jahrgang umsetzen“, so Obmann Leo Sommer. „Unsere Weine sollen, unabhängig von der Rebsorte, mineralisch und filigran sein. Wir geben ihnen Zeit zu reifen und dabei entwickeln die Weine feine aromatische Nuancen. Dieses Geschmacksbild passt gut zu Weinliebhabern, die sich mit Wein beschäftigen und hier auch Expertise entwickelt haben.“ Also keine „lauten Weine“, die mit starker Frucht und höherem Alkohol punkten wollen – eher das Gegenteil. 65 Winzer sind aktuell dabei und sehen sich dieser feinen Stilistik verpflichtet. Diese Stilistik passt natürlich auch zu vielen Speisen der alpinen Küche: „Unsere Weine bestechen mit Vielseitigkeit, die durch Tiefgang und Struktur, sowohl in der Jugend als auch gereift, eine große Bandbreite zur Speisenbegleitung bieten“, so Leo Sommer.

by Steve Haider

Seit 2011 ist die Region ein DAC-Gebiet, um dem Ruf nach der geschützten Herkunftsstilistik gerecht zu werden. Die Bezeichnung „Leithaberg DAC“ steht für naturnahe Anbaumethoden und die Betonung herkunftstypischer Charakterzüge. Als Essenz einer außergewöhnlich schönen Kulturlandschaft trägt dann jeder Tropfen die wiedererkennbare Signatur seines Ursprungs. Sowohl „Leithaberg DAC Weiß“ (Grüner Veltliner, Pinot Weißburgunder, Chardonnay, Neuburger) als auch „Leithaberg DAC Blaufränkisch“ bestechen durch markante Mineralität und Finesse. Beide sind „Reserve“-Weine und kommen erst nach einem – beziehungsweise im Falle des Leithaberg DAC Blaufränkisch – nach zwei Jahren auf den Markt. Blaufränkisch, die rote Leitrebsorte, zeigt als „Leithaberg rot“ mit feiner Würze, dunkelbeerigen Aromen und filigraner Struktur – aber auch mit deutlicher Frische, die durch die feine Säure bedingt ist. Mit zunehmender Reife wird das Tannin noch feinkörniger und der Wein eleganter. Der Ausbau im großen Holzfass unterstützt das Aromengerüst und schafft einen animierenden Wein mit Lagerpotential und genug Rückgrat, um sämtlichen Speisen Paroli zu bieten.

Verein Leithaberg
Johannesstraße 25, 7082 Donnerskirchen
Tel. +43/(0) 650 54 00 411 
E-Mail: wein@leithaberg.at 
Web: www.leithaberg.at

Christine Schäffer